Folgen der Gier: Wir werden leiden. Ein jeder von uns.

Ursprünglich ward angedacht, im Folgenden ein, mitunter gar zwei subjektiv erdachte Zeilen ob der menschlichen Gier niederzuschreiben. Doch wie so oft vermochte ich meinem initialen Vorhaben keinen Einhalt zu gebieten – weswegen ich womöglich ein, mitunter gar zwei weitere Zeilen des Vorwortes hinzudichtete. Filterbubbleeindrücke vom Feinsten.

Sterbendes Meer, Todeszonen und Entwaldung

Meine Herren. Und meine Damen. Und alle anderen Geschlechter und mitlesenden Einhörner: Unser Mittelmeer liegt in Sterben, es ringt mit letzter Kraft gurgelnd ums bloße Überleben. Reißerische These? Nun ja, über 300.000.000 [300 Millionen] Mittelmeertouristen überschwemmen Jahr für Jahr seine Ufer – bis 2020 wird diese Zahl auf rund 500.000.000 [500 Millionen] wachsen. Einhergehend mit Betonburgen und Infrastrukturgeschwüren. 650.000.000 [650 Millionen] Tonnen Abwässer aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika plörren ungeklärte in seine trüben Wasser, Schiffe und Fabriken pumpen darüber hinaus weitere 129.000 Tonnen Öl, 60.000 Tonnen Quecksilber, 36.000 Tonnen Phosphat und 3.800 Tonnen Blei dazu – jährlich, wohlgemerkt. Überfischung resultiert darin, dass 65 % aller Fischbestände in der Mittelmeerregion akut vom Aussterben bedroht sind, dazu gesellt sich Dauerstress durch dichten Schiffsverkehr von 220.000 Handelsschiffen per Jahr. Nahezu unscheinbar erscheinen in diesem Kontext bislang 32 entdeckte, illegal versenkte Containerschiffe mit Gift- und Atommüll an Bord. All dies überreizt jegliche natürlichen Kapazitäten dieses Mittelländischen Meeres bei Weitem; es steht schlicht und ergreifend vor dem Kollaps und gilt hinter vorgehaltener Hand als ruiniert [siehe und hie und da und dort].

Eines haben unsere Ozeane gemeinsam: Todeszonen. Areale, deren Sauerstoffsättigung durch Umwelteinflüsse des Menschen so weit reduziert ist, dass sie für marines Leben nicht mehr ausreicht. 400 dieser „Dead Zones“ mit einer geschätzten Fläche von 245.000 km² sind bekannt, das entspricht 0,6862-mal der Fläche Deutschlands, und ihre Anzahl und Größe verdoppelt sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt. Was bleibt, sind weitestgehend leb- und trostlose Gewässer [siehe].

Zurück aufs Land: Die grünen Lungen unseres Planeten schwinden im nie da gewesenen Maße von dannen; Tropische-, Subtropische-, Gemäßigte- als auch Tundrawälder. Die weltweiten Waldflächen schrumpfen um etwa 130.000 km² pro Jahr, das entspricht 0,3641-mal der Fläche Deutschlands. Demgegenüber stehen rasant expandierende Wüsten; fruchtbare Steppen und ertragreiche Gefilde mutieren binnen Jahren zu kargen Einöden, welche wenig Lebensraum für Tier und Mensch übrig lassen. 120.000 km² Lebensraum verlieren wir jährlich durch fortschreitende Desertifikation – 0,3361-mal die Fläche Deutschlands. Verursacht durch blinde Rodung, Überbeanspruchung und hemmungslose Wasserentnahme [siehe].

Globale Erwärmung, Eisschmelze und Wasserknappheit

Gleichzeitig tauen die Permafrostböden nörd- und südlicher Hemisphären auf und setzen hierbei enorme Mengen Methan frei; ein Treibhausgas, das 25-mal so stark wie das gefürchtete CO2 ist. Bereits die mittelfristig daraus resultierenden Folgeschäden für Mensch und Umwelt werden auf rund 60.000.000.000.000 [60 Billionen] US-Dollar geschätzt (die Kosten der gesamten Erderwärmung bis zum Jahre 2100 auf wiederum 450.000.000.000.000 [450 Billionen] bis mitunter 1.000.000.000.000.000 [1 Billiarde] US-Dollar). Kraterlandschaften entstehen, Straßen und Städte versinken, ganze Landstriche werden unbenutzbar – und die Atmosphäre heizt sich exponentiell steigend auf [siehe und hie].

Nebenher schmelzen Polkappen und Gletscher; von 1992 – 2011 verloren die Antarktis und Grönland rund 4.000.000.000.000 [4 Billionen] Tonnen ihrer eisigen Masse. Der Schwund des südlichen Arktiseises wiederum stieg von 76.000.000.000 [76 Milliarden] Tonnen im Jahre 1992 auf 219.000.000.000 [219 Milliarden] Tonnen im Jahre 2012. Konsequenz: Es klettert nicht nur der Meeresspiegel, sondern es versiegt eine der wichtigsten natürlichen Süßwasserquellen für uns Menschen. So speisen etwa die schrumpfenden Himalajagletscher die sieben größten Flüsse Asiens, welche wiederum Wasserversorgungs- und Landwirtschaftsgrundlage für bis zu 2.000.000.000 [2 Milliarden] im Einzugsgebiet lebenden Menschen gewährleisten. Auch die Regionen um die europäischen Alpen herum werden künftig verstärkt auf dem Trockenen sitzen [siehe].

Schon heute leiden 500.000.000 [500 Millionen] Menschen ganzjährig unter akuter Wasserknappheit, für sie stellt Durst einen tagtäglichen Kampf ums Überleben dar; und ganzen 3.000.000.000 [3 Milliarden] Menschen fehlt ein Zugang zu sauberem Leitungs- und Trinkwasser. Verschärft wird die Situation durch den weltumspannend ungebremst steigenden Wasserkonsum; in den nächsten 15 Jahren wird Prognosen zufolge die erdumfassende Süßwassernachfrage das existierende Angebot um bis zu 40 % übersteigen – Konflikte um sauberes Wasser werden nicht die Ausnahme, sondern der Regelfall sein [siehe und hie].

Meeresspiegelanstieg, Wasserraub und Sandschwund

Ironischerweise treten durch das Zuviel des Nasses aufgrund des Abschmelzens der planetaren Eisreserven parallel die Meere über die Ufer. Weltweit nahm ihr Pegel im Zeitraum von 1901 bis 2010 um circa 19 cm (±2 cm) zu; bis zum Jahre 2100 wird ein weiterer Anstieg von mindestens 50 cm bis 2 Meter erwartet. In 300 Jahren sogar um bis zu 5,1 Meter. Mit nur einem zusätzlichen Meeresmeter könnten 150.000 km² fruchtbaren Landes den Fluten zum Opfer fallen – und damit einhergehend Heimat und Lebensraum von rund 180.000.000 [180 Millionen] Menschen, künftigen Klimaflüchtlingen [siehe].

Hierzu trägt das zusätzliche Schmelzwasser der Gletscher indes nicht unbedingt bei, da durch Übernutzung Bäche und Flüsse versiegen; bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts wird angenommen, dass nur noch eine Handvoll der großen Ströme des Planeten überhaupt bis zu ihren Deltas Wasser führen werden. Fast 800.000 Staudämme, hunderte künstliche Kanäle – wie etwa in China, wo mehrere weit über 1.000 Kilometer lange Wasserstraßen für Baukosten von 500.000.000.000 [500 Milliarden] US-Dollar Flüsse durch das gesamte Land umleiten – und regelrechte Plünderungen durch die Landwirtschaft, vor allem durch Viehzucht, drehen den Flüssen wortwörtlich den Hahn zu [siehe].

So schwinden nicht nur artenreiche Deltas, sondern auch Strände. Alle Sandstrände dieses Planeten befinden sich auf dem Rückzug; sie werden Prognosen zufolge mittelfristig Geschichte sein. Adieu, Archipele und Traumstrände. Hervorgerufen wird dies einerseits durch den Mangel frischen Nahschubsandes aus den vertrocknenden Flüssen, primär indes durch den massiven Raubbau des Menschen an den natürlichen Sandvorräten unserer Gewässer und Meere. Nur Fluss- und Meeresssand ist aufgrund seiner rauen Oberfläche für den Einsatz in Beton geeignet – weswegen jährlich geschätzt 15.000.000.000 [15 Milliarden] Tonnen Sand aus Flüssen, Stränden und Deltas entnommen und in Gebäuden und Infrastruktur verbaut werden. Sand ist nach Wasser die am zweithäufigsten verbrauchte Ressource unserer modernen Zivilisation. Weit vor Kohle, Eisen, Öl, Holz und Konsorten. Mit der Folge, dass die natürlichen Schutzbarrieren des Festlandes samt einhergehender Ökosysteme langsam aber sicher unaufhaltsam im Sande verrinnen [siehe und hie].

Rohstoffknappheit, Massentierhaltung und Artensterben

Neben Sand neigen sich weitere Rohstoffe dem Ende entgegen: Öl, Erdgas, Helium, Zink, Gallium, Germanium, Arsen, Indium, Tellur, Kupfer, Uran, mittelfristig selbst Roheisen. Die terrestrischen Reserven dieser elementaren Bausteine unserer Moderne – sprich, alle momentan entdeckten Vorkommen – könnten nach heutigem Stand in wenigen Jahrzehnten aufgezehrt sein. Zum globalen Ölfördermaximum gesellt sich ein globales So-ziemlich-alles-Fördermaximum [siehe].

Ähnliches Schicksal droht der Insektenvielfalt dieses Planeten, Ernährungsgrundlage für die meisten größeren Lebewesen am Anfang der Nahrungskette – an deren Ende der Mensch steht. Verschiedenste Messstellen innerhalb Deutschlands verzeichneten zwischen 1989 und 2013 einen Insektenrückgang von 77 %, bei manchen Messstationen gar um rund 80 %. Hervorgerufen durch Bauwut, Überdüngung und massiven Einsatz von Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden. 77 bis 80 % sind keine kleine Anomalie mehr, sondern ein ausgewachsenes Massensterben [siehe].

Und Insekten sind nur das i-Tüpfelchen dieser Tragödie: Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass die derzeitige Aussterberate von 3 bis 130 Tierarten pro Tag – richtig gelesen: pro Tag – um den Faktor 100 bis 1.000 über der natürlichen Aussterberate liegt. Unter den für immer verschwindenden Spezies befinden sich viele Kleinstlebewesen, welche auf den ersten Blick womöglich unscheinbar erscheinen, im Gesamten betrachtet jedoch die bereits erwähnte Grundlage für die meisten Größeren darstellen [siehe].

Stattdessen hält und verarbeitet der Mensch einige wenige Spezies als geringgeschätzte Produkte in Massentierhaltung. Zeitgleich werden auf unserem Planeten rund 1.500.000.000 [1,5 Milliarden] Rinder, 1.172.000.000 [1,172 Milliarden] Schafe, 969.000.000 [969 Millionen] Schweine und stattliche 20.000.000.000 [20 Milliarden] Hühner gemästet, wobei Letztere jährlich 1.400.000.000.000 [1,4 Billionen] Eier legen und in einer Größenordnung von 45.000.000.000 [45 Milliarden] Individuen pro Jahr geschlachtet werden. Lediglich 500.000.000 [500 Millionen] Hunde und 1.000.000.000 [1 Milliarde] Katzen schwelgen mehr oder minder im Genuss fürsorglicher menschlicher Gunst. Künstliche Massenmonotonie statt natürlicher Vielfalt, der Mensch entscheidet über Leben und Tod [siehe und hie und da und dort und da drüben und außerdem noch ditte und das da].

Plastikmüll, Umweltgifte und Ignoranz

Und setzt sein Eigenes aufs Spiel: „Plastikstrudel“ (irreführender Begriff, da fälschlicherweise ein Bild einer dichten, auf dem Wasser treibenden Plastikschicht vermittelt wird) und Mikroplastik verunreinigen die Ozeane und dessen Lebewesen – und darüber hinaus im noch größeren Umfang die Landflächen unserer Heimat. Schelf- und Tiefseegewässer, Polarregionen, Felder, Wälder, Wüsten, Strände – Plastikpartikel wurden zwischenzeitlich allerorts in rauen Mengen nachgewiesen, sie verderben nicht nur Flur und Feld, sondern auch Tiere – und uns Menschen. Reichern sich mutmaßlich in unseren Körperzellen und damit auch im Gehirn an; die Forschung steht hier gerade erst am Anfang [siehe und hie].

Plastik ist nur ein Teil der globalen Umweltverschmutzung: Chemikalien, Schwermetalle, Öl, Dünger, Pestizide, Kohlendioxid, Stickoxide, Schwefeldioxid, Arzneimittel und Antibiotika, Benzole und radioaktive Stoffe. Wir führen diese Stoffe tagtäglich Luft, Böden und Ozeanen zu; ungeachtet aller offensichtlichen und mitunter seit Jahrzehnten bekannten Konsequenzen. Die Hypothese einer durch den Menschen verursachten globalen Erwärmung wurde etwa bereits 1896 aufgestellt (!), seit den 1950er Jahren wird international aktiv davor gewarnt. Doch es geschah wenig bis nichts, wurde oftmals gar noch schlimmer – nicht nur in Entwicklungs- und Schwellenländern, sondern auch in Industrie- und Dienstleistungsgesellschaften [siehe].

Gier, Drohkulisse und Hoffnungsschimmer

Am Ende all dieser Probleme steht in letzter Instanz ein einzelnes menschspezifisches Attribut: Gier. Unermessliche Gier. Gier nach Reichtum, Materiellem, Ruhm und Macht. Es ist die Gier, die Menschen dazu antreibt, ihre eigene Heimat und sich selbst bar jeglichen direkten Konsequenzen zu vernichten; munter am eigenen Aste zu sägen.

Daran wird sich meines Erachtens in absehbarer Zeit auch nichts ändern, entgegen allen Beteuerungen und Gelübden verantwortlicher Regierungen, Unternehmen, Personen und technisch wie finanziell utopischer Ausflüchte wie Asteroidenbergbau und Flucht zu anderen Gestirnen. Solange unser Blauer Planet im Hier und Jetzt für persönliche Belange geplündert und gebrandschatzt werden kann, wird er es auch. Frei nach dem Motto: lasset uns schwelgen in Saus und Braus – und nach uns die Sintflut. Jeder Einzelne von uns trägt aufgrund des Konsumverhaltens seinen Teil dazu bei, obgleich wir uns der Konsequenzen bewusst sind. Doch die Erde hat keinen Anwalt und lässt daher walten – augenscheinlich. Wir Menschen werden erst dazulernen, wenn wir am Abgrund stehen. Wenn die von uns verursachten Probleme einst so schwer wiegen, dass sie über uns alle mit voller Wucht hereinbrechen. Wenn es uns plötzlich wehtut.

Und es wird uns wehtun, nüchtern betrachtet, wir Menschen werden aufgrund unseres Handelns schreckliches Leid über uns selbst bringen. Denn wir raubbauen und verletzten ein universelles System, das mit sich nicht verhandeln lässt und auf dem physikalischen Grundgesetz von Ursache und Wirkung basiert: der Natur. Wir säen Destruktion – und werden Chaos ernten. Der Natur ist das im Endeffekt egal, sie hat alle Zeit der Welt zur Regeneration und sorgt lediglich für Ausgleich – Sanftes folgt auf Sanftem, Extremes auf Extremen.

Erst, wenn die Menschheit gebeutelt vor der Entscheidung steht, weiter zu wüten und damit als Zivilisation grandios zu scheitern – oder sich zu bessern und damit sich selbst auf eine neue Stufe der Entwicklung zu katapultieren, erst dann wird sich zeigen, ob wir bereit und willens sind, Lehren aus unserem vergangenen Handeln zu ziehen. Jede Zivilisation der Vergangenheit stand irgendwann einmal vor einer solchen oder ähnlichen Schicksalsstunde, einem evolutionären Flaschenhals – und fast alle sind Geschichte. Es wird sich zeigen, ob wir gemeinsam die Gier ablegen und Bescheidenheit sowie Demut vor unserem eigenen Planeten, vor der Natur und damit auch vor uns selbst, lernen wollen. Denn wir konnten und könnten jederzeit, doch wollen bislang nicht. Zu groß waren und sind die süßen Früchte der kurzsichtigen Versuchung.

Zu groß ist die Gier.

Spielemusik ❖ my life is strange, too

Ich spiele viel – und ich spiele gerne. Weniger aus bloßem Zeitvertreib denn aus kulturellen, studierenden und erlebnisbegierigen Beweggründen. Denn Spiele gleichen schon lange keinen oberflächlichen Vergnügungskonstrukten mehr, sie erzählen fantastische, emotionale Geschichten. Lehren greifbares Wissen. Hinterfragen Moral und Ethik, Glaube und Leben. Wecken Kreativität und Schöpfertum. Führen wildfremde Menschen zusammen – und unterhalten zu guter Letzt auch noch höchst formidabel. All dies wäre viel schwieriger ohne passender musikalischer Untermalung. Spielemusik ist die Sprache der Leidenschaft – und sie schafft leidenschaftlich Leiden. Aber auch Momente der Euphorie, der Ergreifung sowie der Schwermut.

Die berührensten Stücke durchlebter Spiele, Melodien, an die mannigfaltige Erinnerungen wie auch Emotionen (und der eine oder andere Kater) gekoppelt sind, klöppel ich seit geraumer Zeit in einer YouTube-Playlist zusammen. Ungeordnet und unkommentiert, doch mit hohem ideellen Wert. Diese Liste – deren beinhaltenden Spiele unten aufgeführt sind – wird ständig erweitert und belauscht. Reinhören vermag sich zu lohnen, im Zufallsmodus bestenfalls. Und da diese wenigen Zeilen Text ernüchternd mau für dieses Blog wären, folgen nun noch ein, zwei, womöglich gar drei grobe Beschreibungen dessen, was sich ansatzweise beim Hören dieser Lieder in meinem Kopf abspielt. Zumindest gegen sie eine Sekunde davon wieder. Augen und Ohren auf!

Far Cry 4

Nepal. Himalaja. Ein geröllübersäter Grat mit karger, doch verhältnismäßig üppig blühender Vegetation unter einem strahlend ultramarinblauen Himmel mit ungewohnt intensiver Mittagssonne. Die Luft ist klar, kein Dunst trübt die unermesslich weite Sicht in die unberührten, schroffen Landschaften. Auf ferne Gipfel, schimmernde Gletscher und garstige Kluften. An verwitterten Holzstangen befestigte Fähnchen flattern wogend im steten, kühlen Luftzug. Bunte Nuancen in unwirtlicher Wüstenei, innige Gebete dem Himmel zutragend. Ein einzelner Bartgeier kreist aufgeweckt in den Lüften über seinem Kopfe, misstrauisch äugend. Er indes hangelt sich dessen ungeachtet wagemutig den Bergrücken entlang, ungesichert, doch erfahren, von Vorsprung zu Vorsprung hechtend. Kleine Steinchen lösen sich unter seinen ledernen Händen, kullern von dannen, stürzen prasselnd gen tiefen Schlund. Es ist die Gier, die pure Verlockung großer Schätze, welchen er erlag. Güldene Opfergaben, seit Jahrhunderten ungeschützt darauf wartend, geplündert und gebrandschatzt zu werden. Von frommen Wesen für die Ewigkeit gespendet, dem Reich Gottes so nahe – hier, inmitten abgelegenster, kaum erreichbarer Winkel. Höchste Konzentration ist gefordert, jeder Griff könnte sein Letzter sein; jeder Fehlschritt führte ins Verderben. Augen und Ohren sind gespitzt, erpicht darauf, Feinde zu orten. Geräusch etwa – von heranpirschenden Raubtieren, den deutlich trittsicheren Bewohnern dieser Gegend. Schneeleoparden, Schlangen und Schlimmeres. Oder ferne Bewegungen – von anderen Schergen und Glücksrittern, bestens geübt darin, Haudraufhelden wie ihn aus dem Weg zu schaffen. Professionell und ohne viel Aufhebens. Hier oben fände ihn niemand. Er ist einsam, doch nicht verlassen, denn die Gefahr; sie ist sein treuerster Begleiter. Sie – und die atemberaubende, unschuldige Schönheit der Natur, die jedes Opfer wert ist.

Stronghold Crusader

Schottland. Die Highlands. Die spätsommerliche Sonne taucht die Lande in das wärmende Licht des noch jungen Nachmittages. Kein Wölkchen trübt den Himmel. Wogende, hochgewachsene Grassteppe, soweit das Auge reicht, durchbrochen von vereinzelten Krüppelgewächsen und Ansammlungen dichten Buschwerks mit gelblich-orange getupftem Laub. Der feuchte, moorige Untergrund blubbert einlullend. Eifrige Insekten schwirren zielgerichtet durch die Luft, umfliegen tänzelnde Schwaden sirrender Mücken. Zirpende Grillen ertönen, dösend, entspannt, ja sonnenmüde wirkend – durchbrochen vom fernen Heulen eines einzelnen Wolfs. Ein kühler Nebel, kaum wahrnehmbar, kriecht sanft über den nassen Untergrund der wenigen, schattigen Mulden dieser goldgetauchten Weiten, schlängelt sich zwischen Wäldern satter, taubenetzter Halme und Tälern moosbedeckter Felsen hindurch. Noch fehlt es ihm an Kraft, doch er lauert, wird erstarken – und sich das Hochland untertan machen. Doch später erst, das Land gehört der Sonne. Sanfte Noten von Nässe, Modder und Morast, von Kräutern und Gräsern erfüllen das Ambiente. Und von Tod und Unheil. Von verbrannter Erde, kokelndem Pech, zu Asche zerfallenen Schicksalen. Von ewig währenden Fehden und grausamen Blutvergießens. Es ist die gnadenlose Fäulnis des Kriegs, welche einer geschliffenen, gemarterten Feste inmitten der schottischen Idylle entspringt. Einst stolz emporragend, ein Bollwerk der Macht, nunmehr zerstobenes Trümmerwerk. Krähen fleddern verwesende Leichen, Maden durchbohren zähflüssige Eingeweide. Ah, das Leben in der Burg, das waren gute Zeiten.

SimCity 4

Unbekanntes Terrain. Ursprüngliche Landschaften. Saftige Wiesen, ausgedehnte Urwälder, steil emporragende Gebirge und tief in den Fels hineingefressene Schluchten, durchzogen von rauschenden Flüssen und glitzernden, kristallklaren Seen. Die frische Luft ist außerordentlich rein, der tiefschwarze Mutterboden ungemein fruchtbar und das erquickende Wasser ein süßer Quell des Lebens, welches ringsherum in allen Facetten kreucht und fleucht. Eine vielseitige Flora und Faune, die ihresgleichen sucht. Ein Paradies auf Erden, Sehnsuchtsort, Garten Eden – bis die Erde zu zittern beginnt. Erbebt unter den alles zermalmenden Schaufeln und Rädern stählerner Kolosse, angetrieben von explodierenden Kraftstoffen in ihren zylindrigen Herzen. Haltlose Maschinen, Ungetümer und Vorboten des bevorstehenden Wandels, in den brüllend heißen Feuern weiläufiger, rußender Industrieanlagen geschmiedet. Erschaffen, um urwüchsige Wildnis vom Antlitz des Planeten zu fegen und urbar zu machen. Sie umzuwälzen, aufzureißen, auszubluten und zu planieren. Um Platz zu schaffen für breite Straßen, ausgedehnte Highways, schnurgerade Gleisanlagen. Für Leitungen und Kabel, Fundamente, Geschosse und Wolkenkratzer. Für Flug- und Seehäfen, Kreuzungen und Plätze, Konstrukte und Gebäude, unterirdische und aufgeständerte Transportkorridore. Wilde Wälder werden zu Großstadtdschungeln, Lichtungen zu Häuserschluchten, Hügel zu Plateaus, Flüsse zu gezähmten Läufen und Beschaulichkeit zu Stress und Hektik. Ordnung tritt ein, und die Natur den Rückzug an. Denn es herrscht fortan der Mensch.

S.T.A.L.K.E.R.: Shadow of Chernobyl

Ukraine. Tschernobyl. Zornige Gefilde, das trifft den Nagel auf den Kopf. Es sind zornige Gefilde, übersäht mit zersplitterten Baumskeletten neben grob aufgeworfenen Hügeln. Dornengewächsen mit tödlichen Giften, rostendem Zivilisationsschrott und zerbröckelnden Ruinen. Mittendrin, am Rande eines düsteren Hains, ein Grüppchen rauer Gesellen. Mit finsteren Mienen, die glasigen Blicke gen Boden gerichtet, um ein loderndes Lagerfeuer rastend. Ein Fleischspieß brutzel über den Flammen, in fetten Rinnsalen trieft das schmackhafte Fett zischender Laute in die gleißenden Gluten. Es könnte ein Hund gewesen sein, oder besser, etwas Entstelltes, das ehemals einem Hund glich. Einer der Anwesenden spielt melancholische Weisen auf seiner abgegriffenen Gitarre. Obligatorisch anmutend, doch willkommen. Es ist Musik, die erhärtete Herzen wohlig-weich berührt – und im selben Zuge tausender Spinnen gleich eisige Schauer über die Nacken der Zuhörenden krabbeln lässt. Sie, das sind gezeichnete Seelen, die dort sitze, erschöpft vom täglichen Kampf ums Überleben; einzig angetrieben von der Aussicht nach Reichtum, Ruhm und Ehre. Mehr Wahn denn Streben. Gebrochene Gestalten, die verbissen schweigen, ja wortwörtlich ihre Zähne zusammenbeißen müssen, da sie sonst aufgrund der erlebten Gräueltaten markerschütternd schrien. Das einwiegende Knacken und Prasseln des Feuers, gemischt mit dem traurigen Klang des Zupfinstruments, regt zum Dämmern an – und überdeckt das andere, kaum Wahrnehmbare Bersten toten Geästs im angrenzenden Walde, hervorgerufen durch wuchtige, krallenbesetzte Pranken, welche sich langsam, aber zielstrebig in der undurchsichtigen Deckung des Forsts dem weithin wahrnehmbaren Feuer nähern. Gierig witternd, fletschend, geifernd und abgrundtief grollend; die Sehnen zum Äußersten angespannt. Es ist die Mordlust, die der Kreatur innewohnt. Die dort allen innewohnt. Und die der Zone erneut ihren teuren Tribut abverlangen wird.

Prey (2017)

Das Weltall. Jenseits des Mondes. Es ist eine Auszeit von der Hölle, vom beißenden Qualm schwelender Brände, ohrenbetäubenden Explosionen, kreischendem Stahl und wutschäumenden, dämonischen Lauten. Von Atmen erschwerenden Gasen und Hitze. Kaum aus der Schleuse raus, lagen von jetzt auf gleich die brodelnde Hölle hinter – und die eiskalten Tiefen des Nichts vor ihr. Perfekte Dunkelheit. Lautlose Schwärze. Stillstand. Bis – nun, bis nach wenigen Augenblicken des Gewöhnens der eigene Puls in den Ohren rauscht, angetrieben vom leise pochenden Herzen. Sachte, dann deutlicher, schließlich durchdringend. Keine Geräusche dringen ans Ohr, nur die der eigenen biochemischen Maschine Körper. Da, kleine helle Punkte durchbrechen die Schwärze. Flackernd. Erst ein paar wenige, dann Hunderte, Tausende. Ein Ozean aus funkelnden Lichtern. Schimmernde Schimären unerreichbarer Sterne – und heimeliger Behausungen anderer Menschen, irgendwo dort vorne auf des staubigen Mondes Grund. Obacht ist angesagt, denn Trümmer kreuzen ihre Bahnen; zerbogenes Metall, zerrissene Kabel, angesengte Möbel. Gliedmaßen. Manche langsam kreiselnd, andere wie Geschosse schnellend. Stumme Zeugen einer Katastrophe, der Einwirkung brutaler Kräfte, unerwartet, ohne Vorwarnung. Und dann ist da dieses vage Gefühl kriechender Blicke; die instinktive Vorahnung, selbst hier draußen heimlich beobachtet zu werden. Kalte Schweißperlen entspringen ihrer Stirn, die Sicht beschlägt merklich, Haare stellen sich auf. War da ein Schatten im Augenwinkel, noch dunkler als die düstere Finsternis drumherum? Sie verliert die Koordination, beginnt zu taumeln, ohne Halt, ohne oben noch unten. Der idyllische Schein trügt – Auszeit von der Hölle? Nein, die Stille ist eine Totenstille. Und alles, nur nicht still – sie schreit. Sie schneidet sich brüllend in ihren Kopf, zermartert das Gehirn. Es ist die trügerische Ruhe vor dem Sturm, es hat gerade erst begonnen.

❖ my life is strange, too

❖ my life is strange, too vong mir her.

Enthaltene Spiele – Stand 10.10.2018

ABZÛAge of Empires: Definitive EditionAge of EmpiresAge of Empires IIAge of MythologyAlan WakeAlan Wake’s American NightmareAnno 1404Anno 1503Anno 1602Anno 2070Anno 2205ARK: Survival EvolvedAssassin’s Creed OdysseyAssassin’s Creed OriginsBattlefield 1942BioShock InfiniteBorderlandsBorderlands 2Caesar IIICommand & onquer: Alarmstufe RotCommand & Conquer: Alarmstufe Rot 2Command & Conquer: Alarmstufe Rot 3Command & Conquer: GeneräleCommand & Conquer: RenegadeCultures: Die Entdeckung VinlandsDOOM (2016)Der Herr der Ringe OnlineDer IndustriegigantDer Industriegigant 2Descent IIDie Siedler IIDie Siedler II: Die nächste GenerationDie Siedler IIIDie Siedler IVDie Siedler – Das Erbe der KönigeDie SimsDie Sims 2Dishonored 2Dragon Age: InquisitionDuke Nukem 3DDuke Nukem IIEdna bricht ausEmpire EarthEverybody’s Gone to the RaptureFar CryFar Cry 4FirewatchForsakenGangsters: Organisiertes VerbrechenGothic 3Harveys neue AugenHoliday IslandHotline MiamiLife Is Strange: Before the StormLife Is StrangeMass EffectMax Payne 2: The Fall of Max PayneMercedes-Benz World RacingMinecraftMirror’s EdgeNeed for Speed: UndergroundNeed for Speed: Underground 2Need for Speed: Most WantedNo Man’s SkyOri and the Blind ForestParty HardPatrizier 2Pharaoh & Königin des ils: KleopatraPortalPortal 2Prey (2017)RiMES.T.A.L.K.E.R.: Shadow of ChernobylSerious Sam IISimCitySimCity 2000SimCity 3000SimCity 4Star Wars: Knights of the Old RepublicStrongholdStronghold 2Stronghold CrusaderSubnauticaTasty BlueTerrariaThe Elder Scrolls V: SkyrimThe ForestThe Last NinjaThe Legend of Zelda: Skyward SwordThe Legend of Zelda: Twilight PrincessThe Witcher 2: Assassins of KingsThief: The Dark ProjectTomb Raider 2TrackMania Nations ForeverTurmoilWarcraft IIWolfenstein: The New OrderWolfenstein: The Old BloodWolfenstein II: The New ColossusWorld Racing 2.

Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst

Meine Daten alias mein digitales Ego gehören mir. Zur Wahrung dieses höchsten Guts ward ein Stück weit Kontrolle über dieses neumoderne Interwebz an mich gerissen worden.

Termination

„WHATSAPP DEAD“ titelte mein geistig‘ Revolverblatt reißerisch. Zurecht, wurde dieser Instant-Messaging-Dienst doch irreversibel terminiert. Analog zum unreinen Bastard Facebook Messenger und zum großen Bruder Facebook selbst – welch tragische Familientragödie. Alle drei Plattformen glichen schaudererregenden Geisterstädten; bewohnt von räudigen Resten rüstiger Rentner und primitiven Pulks provinzieller Pfeifen. Hervorgerufen durch die massenhafte Abwanderung meines (a)soziales Umfeldes gen Telegram und Signal. Und meinereine lief braven Schafestum mit. Darüber hinaus kehrte meine Wenigkeit mehr als einhundert weiteren Plattformen, Diensten und Netzwerken, die im Laufe der Zeit ausprobiert und nach kurzer, intensiver Sondierung brachgelegen lassen wurden, erst die kalte Schulter und dann den blanken Rücken zu. Nehmt dies!

Migration

„Adieu, Google!“, so wurd‘ gesagt und auch getan. Zumindest im praktisch vertretbaren Rahmen. Es galt, genutzte Google-Dienste zu eruieren, vorhandene Datens(ch)ätze aus dem unermesslich weiten Googleversum zu tilgen und der künftigen Erhebung weiterer Informationen einen eisernen Riegel vorzuschieben. Respektive zwei Riegel. Oder drei. Ach was, eine vollständige Jahresproduktion stählerner Riegel gar. Stand zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels ist, dass diverse Googleapps zwar weiterhin verwendet, jedoch nicht mehr länger personalisiert werden. Hashtag #Kompromiss und so. Ihnen allen wohnt fortan eine unvergängliche Jungfräulichkeit inne. Andere Services unterlagen der Migration: Google Mail ist nun Protonmail, Google Maps hingegen OpenStreetMap und die Googlesuche selbst mutierte zur unerwartet sensationell anmutenden Alternative Duck Duck Go.

Restriktion

„Die Mauer muss her!“, proklamierte mein groteskes Gewissen pöbelnd. Sinnbildlich, nicht buchstäblich. Und so setzte ich Stein auf Stein, um Eingangs- sowie Ausfalltore der von mir präferierten Betriebssysteme rigiden Restriktionen zu unterwerfen. Abenteuerliche Untermenüs galt’s zu durchforsten, hanebüchen versteckte Optionen aufzudecken und unzählige geöffnete Ports zu schließen (was für eine zeitfressende Krepelarbeit). Meine Windows- und Androidinstanzen funktionieren seitdem weiterhin höchst komfortabel – doch schweigen nach außen hin betreten. Ähnlich erging es den gebügelten Krägen anderen Apps und WebApps; ich ging sie zürnend an und verurteilte sie zu dauerhafter und meines Erachtens durchaus gerechter Grabesstille. Auch Alexa nahm ich barsch – rigoros vom Netz, selbstredend. Offline-Blechdose FTW. Letzten Endes verfiel sogar die heimische Fritz!Box der Monogamie; sie lässt nur noch vordefinierte MAC-Adressen rein – und die Logins allerlei gehaltvoller Anwendungen und sogar dieses pinken Blogs verlangen neuerdings mindestens nach einer Zweifaktorauthentifizierung.

Renovation

„Tausche silberweißes Übergangsmetall gegen lichterloh glühenden Reineke.“ stand’s am Schwarzen Brette des Luischen Wolkenkuckucksheim geschrieben. Ganz recht – nach Jahren treuer Herzlichkeit trat ich Google Chrome bar jedweder Vorwarnung trotzig in die moddrig-miefende Tonne – und besetzte dessen trauten Platz mit Chromium und Firefox. Ersteren zur unbeholfenen Webentwicklung, Letzteren für andachtsvolle Momente der Philosophie und Pornografie. Jeweils ausgestattet mit illustren Erweiterungen wie HTTPS Everywhere von The Tor Project und der Electronic Frontier Foundation (EFF), Privacy Badger (ebenfalls von der EFF) sowie UBlock Origin, einem quelloffenen und Ressourcen sparenden Webfilter, der im Gegensatz zu bequemen Scheinlösungen wie Adblock-Plus oder Ghostery keine kommerziellen Intentionen verfolgt. Deaktiviert sind per Default außerdem History, Cache, Third Party-Cookies, jedwede Synchronisation und Features wie die HTML Geolocation-API. Inklusive etwaiger nerviger Nachfragen.

Reanimation

Phewwww ☺️ Diese Ruhe. Dieser Frieden. Zirpende Grillen und rollendes Tumbleweed. Erleichterung macht sich breit; Tiefenentspannung. Ich atme hörbar durch, ohne unter den Qualen der Datenversklavung zu röcheln. Ein Gefühl von Freiheit stellt sich ein; davon, ein Stück weit Kontrolle zurückgewonnen zu haben. Ein Kleines zwar, doch nichtsdestominder spürbar. Künftig gebe wieder ich fröhliche Liedchen anstimmend den Ton an und entscheide, soweit möglich, selbst, was ich wo und wie nutze – und welche Informationen ich über mich preisgebe.