I bims 1 panromantisch-demisexuelles Ding vong Identität her

Die sexuelle Identität – es irrt der Mensch, solang er strebt; er vermag weder reine Wahrheit noch reinen Irrtum zu begreifen.

Es wird anno 2010 gewesen sein, als meine Wenigkeit durch empirische Sozialforschung Vermutungen attestierte und zur folgerechten Erkenntnis gelangte, tendenziell homosexuell sein zu müssen. Dies ward des Männlichkeit Begattungs Begehrens Auftakt.

Doch ich irrte.

Bereits 2014 reflektierte ich die seit 2010 hinzugewonnenen Erfahrungen kritisch – und schärfte die bisherige Definition meiner Sexualität beflissen nach. Ich sah mich nun als tendenziell bisexuell. Dies ward des Weiblichkeit Begehrens Auftakt.

Doch ich irrte.

Denn schon 2016 widerrief ich einstige Lehren und stellte auf Basis praxisorientierter Versuche und Fehlschläge die nunmehr unverbrauchte, wagemutige Theorie auf, tendenziell asexuell zu sein. Dies ward des Niemandes Begehrens Auftakt.

Doch ich irrte.

Anfang 2018 entwickelte ich schließlich einen geschlechtstriebspezifischen Leitfaden, welcher wertvolle Konklusionen vergangener Jahre mit meinen stets als kontradiktorisch empfundenen Gefühlen in Einklang zu bringen vermochte und die bis dato nahe liegendste Definition meiner Sexualität repräsentiert: Panromantisch-demisexuell. Dies ward des Gesamtheit Begehrens Auftakt.

Panromantisch-demisexuell bedeutet mir, dass ich mich zu jedem Geschlecht jedweder sexueller Ausprägung und räumlichen Abstammung hingezogen fühle. Ich bin generell Menschen zugetan. Doch benötige eine tiefgehende Freundschaft auf Basis von universeller Kenntnis und bedingungslosem Vertrauen, bevor ich gegenüber anderer Personen weiterführende Gefühle oder sexuelles Verlangen entwickeln kann – was mitunter wenige Monate bis mehrere Jahre beansprucht.

Doch irrte ich?

Garantiert. Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit in all ihren Facetten – nicht nur der Sexualität per se – ist ein fortlaufender Prozess und endet erst zum finalen Zeitpunkt des Ablebens. Bis dahin avancieren wir so gravierend, dass wir im Alter philosophisch wie psychologisch betrachtet im Vergleich zu unserem jungen Ich einen vollends anderen, fremdartigen Menschen darstellen [siehe].

Doch, ich irrte.

Und gehe ergo davon aus, in absehbarer Zeit eine neuerliche, mitunter noch genauere Näherung ob meiner sexuellen Orientierung vorbringen zu dürfen.